Die Alltagsrealität, dass gewisse Patienten immer noch unzufrieden sind, obwohl alles getan worden ist, was die Schulmedizin bereithält, zwingt zu einer Auseinandersetzung mit unseren Denkmodellen. Das chirurgische Handeln basiert auf den Kausalgesetzen von Newton und Galilei und wird vom Prinzip von Ursache und Wirkung dominiert. Heilung müsste in diesem Modell als Umkehr der Pathogenese oder der linearen Kausalkette verstanden werden. Wissenschaftstheoretische Erkenntnisse dieses Jahrhunderts zeigen, dass biologische Heilungsvorgänge kybernetischen Gesetzen und den Prinzipien der Semiotik (Zeichenlehre) unterliegen. Es bestehen funktionale und keine kausalen Zusammenhänge zwischen den Ebenen Organ (Schädigung), Individuum (Fähigkeitsstörung) und Gesellschaft (Benachteiligung, Handicap). Dieses WHO-Modell der ICIDH (International Classification of Impairments, Disabilities and Handicaps) liefert die Grundlage für das Management der chronischen Erkrankungen. Einschätzung des Schweregrades in drei Ebenen: Die Beispiele aus der täglichen Praxis zeigen bald einmal, dass gesundheitliche Störungen, die Krankheitsfolgemanifestationen, sinnvollerweise einer unabhängigen Einschätzung des
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