Im Zusammenhang mit Tarifverhandlungen vernimmt man seitens gewisser Ärztegruppen, dass die eigentliche ärztliche, intellektuelle Leistung wieder höher bewertet werden müsse und dass die gedankliche Arbeit im Gegensatz zur handwerklichen ungerechterweise schlecht honoriert sei. Soll das heissen, dass der Chirurg während seiner Arbeit nichts oder höchstens wenig denkt? Ist das chirurgische Handwerk eine Angelegenheit, welche sich selbstredend erledigt? Am Unionskongress in Lausanne fand eine Hauptsitzung unter dem Titel "Patientenorientierte Chirurgie" statt, welche sich schwergewichtig mit Psychosomatik in der Chirurgie und Evidence Based Medicine befasste. Die Referate liegen in angepasster Form nun vor und sollen zeigen, dass die chirurgischen Disziplinen zu Gedankengängen bereit sind, welche das eigene Tun immer wieder kritisch hinterfragen. Für die Chirurgen ist es besonders anspruchsvoll, andere als mechanistische Denkmodelle anzuwenden, da der Schwerpunkt der Tätigkeit auf den Newton-Galileischen Gesetzen beruht. Die Erarbeitung der Operationsindikation, die Gedankenarbeit im Sprechzimmer, erfordert jedoch die Integration des salutogenetischen Denkens, das Bewusstsein um die
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